Forschung
Unsere Projekte und Publikationen

Seit vielen Jahren ist Forschungsarbeit ein wichtiger Baustein der Akademie. Unsere Expert*innen der Sozial- und Pflegewissenschaften tragen so zur kontinuierlichen Verbesserung der Pflegestandards und Herausforderungen im Pflegekontext bei.

Laufendes Projekt
Pflegeeinrichtungen – Mental ermunternde Organisationen (PfleMeO)

Laufzeit

01.04.2022 – 31.10.2024

Kooperationspartner
  • IGES Institut GmbH
  • Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V.
Auftraggeber

Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.

Projektteam:

  • HWA: Dr. Claus Heislbetz, Vanadis Götz, Ramona Zacherl, Sandra Sawitzki, Thomas Kleine Vosbeck
  • IGES: Dr. Friederike Haaß und Team
  • iso-Institut: Dr. Sabine Kirchen-Peters und Team
Gegenstand

PfleMeO zielt auf die Förderung von Wohlbefinden und Lebensqualität der Bewohner*innen in Pflegeeinrichtungen durch die Stärkung von Gesundheitsförderung und Prävention. Das PfleMeO-Programm basiert auf dem Ansatz der lebensweltbezogenen Gesundheitsförderung. Es ist als Leistung gemäß § 5 SGB XI (Prävention in Pflegeeinrichtungen) in den Handlungsfeldern kognitive Ressourcen und psychosoziale Gesundheit konzipiert.

Dahinter steht die Grundidee, stärker personenzentriert zu pflegen und Bewohner*innen individuell zu ermöglichen, trotz gesundheitlicher Einschränkungen geistig und sozial aktiv zu bleiben und sich somit wohler zu fühlen. Damit knüpft das Konzept an Bestrebungen an, die in den zentralen Innovationsansätzen in der Pflege (u.a. Strukturmodell, neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, Begutachtungsinstrument, Qualitätsindikatoren) bereits eingeleitet wurden: den Wechsel von der Verrichtungsorientierung zur Personenzentrierung und mithin der Stärkung von Beziehung zwischen Bewohner*innen und Pflegekräften. Die Einführung des PfleMeO-Programms erfolgt über ein Jahr. An dem Prozess werden alle Arbeitsbereiche der Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft beteiligt. Kernstück ist die Sammlung von Erfahrungen und Veränderungsmöglichkeiten in den Wohnbereichen, um den Alltag, die Abläufe und die Umgebung mehr im Sinne der Bewohner*innen zu gestalten.

Das PfleMeO-Programm wurde von IGES im Auftrag des PKV-Verbandes entwickelt. Es wird im Projekt PfleMeO gemeinsam mit dem Team der HWA auf der Basis der exemplarischen Erprobung in 15 Projekteinrichtungen weiterentwickelt. Die Erprobung wird durch das iso-Institut evaluiert. Das finale Programm will der PKV-Verband dann Pflegeeinrichtungen bundesweit anbieten.

Weitere Informationen finden sich auf der Projekthomepage unter: www.pflemeo.de


Laufendes Projekt
Studie zur Versorgungssituation von Menschen mit Frontotemporaler Demenz und Empfehlungen zu Weiterentwicklungen bedarfsgerechter Versor-gungsstrukturen (FTD-Bayern)

Laufzeit

01.11.2021 – 31.10.2023

Kooperationspartner
  • Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) Standort Witten und München
Auftraggeber

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP)

Projektteam:

  • HWA: Dr. Claus Heislbetz, Vanadis Götz
  • DZNE Witten: Prof. Dr. Martina Roes, Marie Marleen Heppner
Gegenstand

Die Frontotemporale Demenz (FTD) ist eine seltene Form der Demenz, die oft schon bei jungen Menschen auftritt. Die FTD wird durch einen Abbau von Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns (Fronto-Temporal-Lappen) hervorgerufen, was unter anderem eine Veränderung der Persönlichkeit und des Verhaltens zur Folge haben kann. Gemeinsam mit dem DZNE wollen wir die aktuelle Versorgungssituation für Men-schen mit FTD in Bayern in den Blick nehmen und Hindernisse, die einer bedarfsgerechten Versorgung im Weg stehen, erfassen. Darauf aufbauend sollen dann Empfehlungen zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Betreuung, Versorgung und Beratung formuliert werden.

Um diese übergeordneten Ziele zu erreichen finden neben einer Sekundärdaten- und Desktopanalyse Interviews mit verschiedenen Stakeholdern statt. Darunter fallen sowohl Betroffene, Angehörige, Professionell Pflegende sowie Expert*innen.


Laufendes Projekt
Gesundheitsförderung und Gewaltprävention in Pflegeheimen

Laufzeit

01.01.2020 - 31.03.2024

Kooperationspartner
Zuwendungsgeber

Gefördert durch gesetzliche Kranken- und Pflegekassen in Bayern

Projektteam:

  • HWA: Dr. Claus Heislbetz, Vanadis Götz
  • AGP: Prof. Dr. Thomas Klie, Pablo Rischard, Hannah Nebel, Dzenana Pupic
  • HM: Prof. Dr. Markus Witzmann, Hanna Batzoni
Gegenstand

Eine gesunde und gewaltfreie Lebens- und Arbeitsumwelt zu schaffen – das ist eine der zentralen Herausforderungen, wenn es darum geht, die stationäre Langzeitpflege zukunftsorientiert zu gestalten. Unter dem Motto Pflege in Bayern - gesund und gewaltfrei wollen wir uns gemeinsam mit stationären Pflegeeinrichtungen in Bayern auf den Weg machen, innovative Konzepte für die professionelle Pflege in den Alltag Ihrer Einrichtung zu integrieren. Das Ziel: gesundheitsfördernde und gewaltfreie Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende und gesundheitsfördernde und gewaltfreie Lebensbedingungen für Bewohnerinnen und Bewohner. Für die Mitarbeitenden sollen Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die ihre Gesundheit fördern, sie vor Überforderung schützen, aber auch vor entwürdigendem Verhalten und Demütigungen am Arbeitsplatz. Bewohnerinnen und Bewohner sollen in ihrem Pflegeheim gleichermaßen vor entwürdigenden Handlungen und Gewalterfahrungen bewahrt werden. In dem Vorhaben greifen wir hierfür erprobte Konzepte und Methoden auf, um das Bewusstsein und die Sensibilität für Formen von Gewalt in der Pflege zu schärfen, Kompetenzen zu stärken, Gewalthandlungen zu vermeiden und entwürdigenden Situationen vorzubeugen.

Veröffentlichung
  • Klie, T., C. Heislbetz (2021): Gesund und gewaltfrei. In: Altenheim 60 (Heft 6): S. 22-25.
  • Heislbetz, C. (2022): Professionelle Pflege unter Krisenbedingungen. Herausforderung für die Pflege. In: pflegen: Demenz 62: S. 32-35.
  • Nebel, H., Götz, V. (2021): Mehr Gewalt als erwartet? In: Altenheim 60 (Heft 6): S. 26-27.
  • Klie, T., Götz, V. (2022): Gesund und gewaltfrei - Gutes Leben im Pflegeheim, Folge 168 [Audio-Podcast]. In: Born to Pflege.
  • Klie, T., C. Heislbetz, H. Batzoni, H. Nebel (2022): Gesund + gewaltfrei. Gesundheitsförderung und Gewaltprävention in bayerischen Pflegeheimen. In: F. Knieps, H. Pfaff (Hg.): BKK Gesundheitsreport. Pflegefall Pflege? Berlin: BKK Dachverband e.V.

Abgeschlossenes Projekt
Bestandserhebung, qualitative Einordnung und Handlungsempfehlungen zur Stärkung ambulant betreuter Wohngruppen – BequaHa-WG

Laufzeit

Dezember 2014 - September 2016

Kooperationspartner

AGP Sozialforschung im FIVE e.V. an der Evangelischen Hochschule Freiburg

Auftraggeber

Bundesministerium für Gesundheit

Projektteam:

  • HWA: Dr. Claus Heislbetz, Anne Keilhauer
  • AGP: Prof. Dr. Thomas Klie, Birgit Schumacher, Pablo Rischard
Gegenstand

Ambulant betreute Wohngruppen und Wohngemeinschaften (WG) für Menschen mit Demenz, Behinderung und/oder Pflegebedarf stehen für eine wohnortnahe Versorgung in Kleingruppen und für eine am Normalitätsprinzip orientierte Pflege und Begleitung.
Aufgrund der enormen Diversität von WG hinsichtlich ihrer Betriebsbedingungen und Lebenswelten, Konzepte, Finanzierungsformen und Zielgruppen, angesichts offener Fragen in Bezug auf die Verbreitung von WG, die Qualität der dort erbrachten Versorgungsleistung und ihrer heim- und leistungsrechtlichen Grundlagen sowie vor dem Hintergrund der mit dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) vom 23.10.2012 neu geschaffenen Regelungen der §§ 38a und 45e SGB XI, die gezielte, finanzielle Anreize zum Ausbau von ambulant betreuten Wohnformen für ältere und pflegebedürftige Menschen setzen sollen, vergab das Bundesministerium für Gesundheit den Auftrag für eine Studie zur Bestandserhebung und qualitativen Einordnung ambulant betreuter WG.
Im Rahmen dieser Studie wurden bundesweit ambulant betreute WG quantitativ erfasst, anhand bestimmter Merkmale typologisiert und die in den WG erbrachte  Versorgung, Begleitung und Pflege qualitativ  bewertet.  Auf Grundlage dieser umfassenden quantitativen und qualitativen Erkenntnisse,wurden abschließend Handlungsempfehlungen zur Stärkung dieser Wohnform entwickelt.

Veröffentlichungen

Den veröffentlichten Forschungsbericht finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit.

Klie, T., C. Heislbetz, B. Schuhmacher, A. Keilhauer, P. Rischard, C. Bruker, 2017: Ambulant betreute Wohngruppen. Bestandserhebung, qualitative Einordnung und Handlungsempfehlungen. Abschlussbericht. AGP Sozialforschung und Hans-Weinberger-Akademie der AWO e.V. (Hg.), Studie im Auftrag des Bundesministerium für Gesundheit. Berlin. Online: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Pflege/Berichte/Abschlussbericht_AGP_HWA_Wohngruppen-Studie.pdf (Zugriff am 04.07.17).

Klie, T., C. Heislbetz und B. Schuhmacher (2020): Ambulant betreute Wohngruppen. Bestandserhebung, qualitative Einordnung und Handlungsempfehlungen. In: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 53: S. 491-497. https://doi.org/10.1007/s00391-020-01713-6 (23.09.2020).


Abgeschlossenes Projekt
Evaluation der Pflegeberatung nach § 7a SGB XI

Laufzeit

November 2011 - April 2013

Kooperationspartner
Förderung

Bundesministerium für Gesundheit

Projektteam:

  • HWA: Dr. Claus Heislbetz, Mona Frommelt, Alexander Dell
  • AGP: Prof. Dr. Thomas Klie, Sabine Behrend, Birgit Schumacher, Pablo Rischard, Christiane Hellbusch, Anne Göhner
  • Hochschule Bremen: Prof. Dr. Martina Roes, Daniel Purwins
Gegenstand

Angesichts der steigenden Zahl von auf Pflege angewiesenen Menschen, verbunden mit dem zurückgehenden Pflegepotenzial und der wachsenden Bedeutung beruflicher Unterstützung für Pflegebedürftige, avanciert die Frage des Personalbedarfs in der Langzeitpflege zu einer der zentralen Herausforderungen für die Sicherung der Langzeitpflege in Deutschland. Gegenstand des Projekts „Herausforderung Pflege“ war die Entwicklung von Lösungsansätzen für die Sicherung des Bedarfs an geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der ambulanten sowie stationären Versorgung. Im Rahmen des Projektes wurde erstens eine Quantifizierung des Pflege- und Fachkräftebedarfs vorgenommen. Auf Grundlage vorliegender Daten wurde der Frage nachgegangen werden, mit welchem Pflege- und Personalbedarf zukünftig Bereich zu rechnen ist. Darüber hinaus wurde ermittelt, welche Strategien der Personalgewinnung und -entwicklung bekannt und wirksam sind, die in der Langzeitpflege im bundesdeutschen Kontext Anwendung finden können. Die Frage nach geeigneten Modellen entwickelte sich entlang der Themenschwerpunkte Rekrutierung, Qualifizierung und Förderung des Berufsverbleibs mit einem besonderen Augenmerk auf Good- und Best Practice-Beispielen sowie der berufs- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen.

Veröffentlichungen

Abschlussbericht Evaluation der Pflegeberatung nach § 7a Abs. 7 Satz 1 SGB XI 

Klie, T. et al., 2012: Evaluation der Pflegeberatung nach § 7a Abs. 7 Satz 1 SGB XI. S. 35-402, in: GKV-Spitzenverband (Hg.): Pflegeberatung. Schriftenreihe Modellprogramm zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung Band 10. Berlin: GKV-Spitzenverband, darin: Kapitel 4. Fallstudien zu Unterschieden der Berstungspraxis, S. 206-317.

Heislbetz, C., 2013: Pflegeberatung nach § 7a SGB XI: Implementation und (Good) Practice. In: Management Handbuch Pflege-Online. Heidelberg: medhochzwei.

Klie, T., C. Heislbetz, M. Frommelt, U. Schneekloth, 2016: Implementationsforschung am Beispiel der Evaluation der Pflegeberatung gem. § 7a SGB XI. S. 282-297, in: M. Hoben, M. Bär, H.-W. Wahl (Hg.) Implementierungswissenschaft für Pflege und Gerontologie. Grundlagen, Forschung und Anwendung – Ein Handbuch. Stuttgart: Kohlhammer.


Abgeschlossenes Projekt
Herausforderung Pflege – Modelle und Strategien zur Stärkung des Berufsfeldes Altenpflege

Laufzeit

Dezember 2010 - Juni 2011

Kooperationspartner
Auftraggeber

GKV-Spitzenverband der Pflegekassen

Projektteam:

  • HWA: Mona Frommelt, Dr. Claus Heislbetz, Anja Püchner
  • AGP: Prof. Dr. Thomas Klie, Sabine Behrend, Birgit Schuhmacher, Hannes Ziller, Anne Göhner, Christiane Hellbusch, Jella Riesterer
  • TNS Infratest: Ulrich Schneekloth, Manuela Schmidt
Gegenstand

Mit dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wurde die Pflegeberatung gemäß § 7a SGB XI eingeführt. Danach haben Pflegebedürftige seit 1. Januar 2009 Anspruch auf individuelle Pflegeberatung durch die Pflegekassen. Ziel dieser in Ergänzung zum § 7 SGB XI erweiterten Pflegeberatung ist es, Pflegebedürftigen eine umfassende Unterstützung bei der Auswahl und Inanspruchnahme erforderlicher Hilfe- und Pflegeleistungen zukommen zu lassen und auf die dazu erforderlichen Maßnahmen hinzuwirken. Der Evaluation dieses Angebots liegt ein differenziertes Design zugrunde, das sowohl eine Befragung der Pflegekassen als auch die von Nutzern vorsah und einen Überblick über die Pflegeberatungsstrukturen in den 16 Bundesländern gibt. Zehn Fallstudien waren außerdem Bestandteil des Evaluationsauftrages.

Veröffentlichungen

Heislbetz, C., 2012: Den Fachkräftenachwuchs unterstützen: Faktoren für einen gelingenden Berufseinstieg in die Altenpflege – Erkenntnisse aus einer qualitativen Studie. S. 151-163, in: U. Bettig, M. Frommelt, R. Schmidt (Hg.): Fachkräftemangel in der Pflege. Konzepte, Strategien, Lösungen. Heidelberg: medhochzwei.

Klie, T., C. Heislbetz, M. Frommelt, S. Behrend, A. Dell, A. Göhner, C. Hellbusch, P. Rischard, B. Schumacher, 2013: Herausforderung Pflege – Modelle und Strategien zur Stärkung des Berufsfeldes Altenpflege. Abschlussbericht im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit. Freiburg: AGP im FIVE e.V., online: http://agp-freiburg.de/downloads/Abschlussbericht_Herausforderung_Pflege_2013.pdf 

Klie, T.; Heislbetz, C. (2018): Herausforderung Pflege: Menschen für Berufe für Menschen gewinnen. Prognosen, Analysen und Perspektiven für die Langzeitpflege. In: T. Klie und S. Arend (Hg.): Arbeitsplatz Langzeitpflege. Schlüsselfaktor Personalarbeit. Heidelberg, Neckar: medhochzwei, S. 115–190.

Heislbetz, C., T. Klie, 2014: Den Arbeitsmarkt ausschöpfen: Der drohende Personalnotstand könnte durch ein breit angelegtes, offenes Berufsgruppenkonzept für die Pflege und Versorgung älterer Menschen abgewendet werden – unterteilt in die Bereiche Cure und Care. Altenheim 53 (Heft 7): S. 20-23 (zusätzlicher Abdruck im Themenheft Personal. Altenheim 2014: S. 10-13).

Heislbetz, C., 2015: Ausbildungsoffensive gegen den Fachkräftemangel. Ältere und Quereinsteiger willkommen. Praxis Pflegen 22 (Heft 3): S. 46-47.