Pressekonferenz zu neuem Pilotprojekt in der Altenpflegeausbildung

    Auf Initiative von Kerstin Schreyer, Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, startet mit dem Schuljahr 2018 ein innovatives Projekt in der Ausbildung von Frauen mit türkischem Migrationshintergrund zu Altenpflegefachkräften. Unsere Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in Aubing ist mit von der Partie.

    Bei der heutigen Pressekonferenz betonte Schreyer, die seit März 2017 das Amt inne hat, wie wichtig ihr der Personenkreis der Menschen in Bayern ist, die hier schon lange leben und in der aktuellen Flüchtlingsdiskussion nicht übersehen werden dürften. Sie betont, dass türkische Frauen oft schlecht erreicht werden könnten, vor allem jene, die aufgrund der Erziehungsarbeit überwiegend zu Hause agieren und nicht berufstätig seien. Diesen Frauen einen Berufsabschluss zu ermöglichen und sie so vor Altersarmut zu schützen sei ihr eine Herzensangelegenheit. „Diese Frauen haben das Potential für die Ausbildung“,  ist die Landtagsabgeordnete überzeugt.  In vielen Gesprächen mit türkischen Interessensvertretern  habe sich schnell herauskristallisiert, dass die Altenpflege ein geeignetes Feld ist, es gelte als ehrenwert, sich um ältere Mitbürger/innen und Familienangehörige zu kümmern.

    Das Projekt hatte im Vorfeld einige Hürden zu nehmen. Christine Hefer vom Bayerischen Staatsministerium, die für die Rechtmäßigkeit der Ausbildung zuständig ist, berichtet: „Das Modellprojekt sollte möglichst wenig Hürden aufweisen und dabei trotzdem den hohen Anspruch an die Ausbildung erfüllen. Das wird mit einer Verlängerung der Teilzeitausbildung zur Pflegefachhelferin in der Altenpflege erreicht“. Normalerweise wird diese in einem Jahr absolviert, für die angestrebte Zielgruppe wurde sie auf 2 Jahre verlängert, um genügend Zeit für zusätzlichen Sprachunterricht, Übungsstunden und  Kommunikationseinheiten zu haben. Gleichzeitig können die Teilnehmerinnen den Mittelschulabschluss (früher Hauptschulabschluss) nachholen.

    Ohne Finanzierung sind allerdings die besten Projekte zum Scheitern verurteilt. Dank des Engagements von Ingeborg Liebhaber, Bereichsleiterin bei der Arbeitsagentur in München, ist diese für das Pilotprojekt gesichert. „Es ist ein zukunftsträchtiges und großartiges Projekt“, so Liebhaber. Über 40 % der Arbeitslosen in München würden von Personen mit Migrationshintergrund gestellt. Ein Schul- und/oder Berufsabschluss sei die Basis für ein selbstverantwortliches Leben in Deutschland und hier sei die Agentur für Arbeit gerne bereit, Mittel und Wege zu finden, um diese Quote zu verringern.

    Der Ausbildung, die im August 2018 beginnt, kann bei Bedarf ein mehrwöchiger Sprachkurs vorgelagert werden, um die Sicherheit in der deutschen Sprache zu stärken und auf den Schulbesuch vorzubereiten. Während der Ausbildung werden die Frauen kontinuierlich von Lehrkräften und Praxisanleiterinnen der Berufsfachschule betreut und unterstützt. Susanne Gerber, Schulleiterin der Altenpflegeschule, war gleich Feuer und Flamme für das Projekt „Wir können auf sehr lange Erfahrung in der Ausbildung von Menschen mit Migrationshintergrund zurückblicken“, so Gerber. „Auch in der regulären Ausbildung steigt der Anteil seit Jahren. Mittelweile stellen Menschen aus über 20 Nationen die Hälfte unserer Schüler.“ Trotz der Herausforderung sei es vor allem eine große Bereicherung für die Pflege. Das kann auch Kai A. Kasri, Vorsitzender des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (dpa), bestätigen. „In der Pflege sind 85 Prozent der Mitarbeiter Frauen. Und es sind alle Nationen vertreten“. Vor dem Hintergrund, dass auch in Migrantenfamilien die Pflege nicht mehr ausschließlich häuslich gestaltet werden kann, ist das Projekt ein Gewinn  für alle. In Fachjargon als sogenannte kultursensible Pflege seit langem diskutiert, rückt die Pflege dieser Menschen zusehends in den Blickpunkt.

    Dr. Vural Ünlü von der Türkischen Gemeinde in Bayern (TGB) e.V. brachte es auf den Punkt: „Mit diesem Angebot werden Nachfrage und Angebot passgenau zusammengeführt“. Mit seiner Unterstützung  können die Projektverantwortlichen in vollem Umgang rechnen, er ist tatkräftig an der Verbreitung des Ausbildungsangebots in der türkischen Communitiy beteiligt und zuversichtlich, dass die Nachfrage das Angebot übersteigen wird.

    Kerstin Schreyer freut´s: „Gerne weiten wir auf mehrere Klassen und andere Städte aus, wenn das Projekt den Erfolg bringt, den wir erhoffen“.

    Interessenten können sich hier die Broschüre mit ausführlichen Informationen herunterladen.

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