Berufsbild des/der Erzieher/in

Das Berufsbild des/der Erzieher/in hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Die Anforderungen an Bildung und Erziehung steigen, und damit auch die Anforderungen an die Kompetenzen von Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchten. Mehrere Faktoren prägen den Wandel in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und -erziehung:

  • Unterschiedliche Anforderungen an die Bildung und Erziehung von Kindern aus bildungsfernen wie auch bildungsnahen Schichten

  • Mischung von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund

  • Zunahme von Kindern, die in Armut aufwachsen

  • Begleitung von hochbegabten Kindern wie auch von Kindern mit besonderem Förderbedarf

  • Mangel an qualifizierten Erzieher/innen vor allem in Ballungsgebieten

  • Mangel an männlichen Fachkräften und an zwei – oder dreisprachigen Fachkräften in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

    Die Kompetenzen eines Erziehers/einer Erzieherin, die künftig erwartet werden, sind vielfältig. Dazu gehört unter anderem:

  • Erziehungs- und Bildungsprozesse der Kinder altersgemäß und entwicklungsfördernd zu begleiten

  • Kinder aller Altersstufen auf die Anforderungen einer modernen Gesellschaft und auf verschiedenste Lebenssituationen vorzubereiten

  • Das in der Ausbildung erworbene theoretische Wissen sinnvoll und kreativ in der täglichen Praxis in Kindertageseinrichtungen umzusetzen

  • Eltern und Familien professionelle Hilfestellung und Beratung zu geben

  • Intergrations- und Migrationshilfen anzubieten

  • Kinder unabhängig von ihrer Herkunft in ihren Fähigkeiten und Kompetenzen zu fordern und zu fördern

Was wir Ihnen bieten

Wir gestalten die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher mit einem besonderen Schwerpunkt: unser Ziel ist es, Sie zu befähigen, in der beruflichen Praxis die Integration von Kindern aus bildungsnahen und -fernen Schichten, von Kindern mit Migrationshintergrund und von Kindern mit armutsbedingten Entwicklungsproblemen aktiv zu fördern. Wesentliche Aspekte sind z.B. die frühkindliche Bildung und die damit verbundene Förderung des Spracherwerbs und der Sprachentwicklung, oder auch die Unterstützung von zum Beispiel Schülerinnen und Schülern im Hort, die zwei- oder sogar dreisprachig aufwachsen. Interkulturelle Kompetenz hat bei unserer Ausbildung einen hohen Stellenwert – dies unterscheidet uns wesentlich von anderen Anbietern. Wir bieten Ihnen:

Integration ist unser Programm

Wir möchten mit unserer Ausbildung ganz gezielt auch Menschen mit Migrationshintergrund erreichen, die aus unserer Sicht ein großes Potential haben, die Integrations- und Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu gestalten und zu begleiten. Hierzu haben wir entsprechende Wahlpflichtfächer im Schulungsprogramm. Wir legen großen Wert darauf, dass die künftigen Erzieherinnen und Erzieher von Beginn an eine interkulturelle Kompetenz entwickeln, die sie später dazu befähigt, mit multikulturell geprägten Gruppen zu arbeiten.

Wir wollen aber auch junge Männer für die Ausbildung zum Erzieher gewinnen: in der beruflichen Praxis im Rahmen der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen fehlen männliche Bezugspersonen, die für Jungen generell, vor allem aber für Jungen aus stark patriarchal geprägten Kulturen eine wichtige Vorbildfunktion haben können. Aber auch Mädchen profitieren gleichermaßen von integrierten männlichen Vorbildern in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, stellen sie doch eine Alternative zum oft sehr traditionellen Männerbild in den Herkunftsmilieus dar.

Weiterführende Informationen

Bundesagentur für Arbeit: Blätter zur Berufskunde "Erzieher/in"
AWO Kreisverband München
AWO Bezirksverband Oberbayern

Broschüre: Fachakademie für Sozialpädagogik
Anmeldeformular: Ausbildung / Seminar
Vordruck: Ärztliches Attest